Warum schreit das Internet?!
Bevor Internet „einfach da“ war, musste ein Modem eine Verbindung über das Telefonnetz aufbauen. Die Pfeif-, Knatter- und Rauschgeräusche waren keine Fehlfunktion – zwei Modems handelten gerade ihre Verbindung aus.
Ja. Der Telefonhörer kam in Gummischalen.
Akustikkoppler übertrugen Daten tatsächlich über Lautsprecher und Mikrofon eines normalen Telefonhörers. Das Smithsonian besitzt frühe Modelle; ein dort dokumentiertes Gerät arbeitete mit 110 Baud.

☎️ Akustikkoppler
Nummer am Telefon wählen, Antwortton abwarten, Hörer in die Gummimuffen drücken. Genau so sah Datenkommunikation einmal aus.
G. Edward Johnson · Public Domain · Wikimedia CommonsSMARTMODEM1981
💡 Smartmodem
Hayes führte 1981 sein Smartmodem ein. Computer konnten das Modem über Befehle steuern und Telefonnummern automatisch wählen.
Historische Einordnung: Smithsonian🌐 56k
V.90 standardisierte 1998 Datenraten bis 56.000 bit/s zum Nutzer – allerdings nicht symmetrisch.
Xiaowei · CC BY 3.0Wähl dich ins Internet ein.
Die Tonfolge ist eine browsergenerierte, verkürzte Modem-Simulation – kein historisches Originalsample. Sie vermittelt aber ziemlich gut, warum eine Generation dieses Geräusch sofort wiedererkennt.
Und das Telefon?
Drück VERBINDEN. Während unsere simulierte Analogverbindung läuft, zeigen wir dir, was zu Hause gern zum Familienproblem wurde.
Wie lange hätte dein Handyfoto gebraucht?
Rechnerisch mit 56.000 bit/s und ohne Protokoll-Overhead, Leitungsprobleme oder andere Bremsen. Real konnte es also noch länger dauern.
Du bist mit Analogmodem online. Jemand will auf derselben Leitung telefonieren. Was passiert?
Zum Vergleich: Dieselbe Datei wäre bei 100 Mbit/s theoretisch in etwa übertragen.
„Online gehen“ war eine Handlung.
Einwahl starten, Handshake abwarten, Verbindung herstellen, auf die Zeit achten – und je nach Tarif auch auf die Kosten.
WLAN, Mobilfunk und Breitband sind meistens dauerhaft verfügbar. Niemand sagt beim Öffnen einer App ernsthaft: „Ich gehe jetzt ins Internet.“
Warum das Internet Geräusche machte.
Was bedeutet Modem?
Der Begriff steht für Modulator/Demodulator. Ein Modem setzt digitale Daten in für den Übertragungsweg geeignete Signale um und zurück.
Warum machte ein Modem beim Einwählen Geräusche?
Die Modems tauschten hörbare Signale aus, um Verbindung, Fähigkeiten und Übertragungsparameter auszuhandeln. Dieser Startvorgang wird oft als Handshake bezeichnet.
Was war ein Akustikkoppler?
Ein frühes Verfahren, bei dem ein Telefonhörer in akustische Schalen gelegt wurde. Lautsprecher und Mikrofon übertrugen die Datentöne über das Telefon.
Was bedeutete 56k?
ITU-T V.90 spezifizierte bis zu 56.000 bit/s in Downstream-Richtung und bis zu 33.600 bit/s im Upstream über das öffentliche Telefonnetz.
War eine 56k-Verbindung immer wirklich 56 kbit/s schnell?
Nein. 56.000 bit/s war ein theoretisches Maximum der V.90-Spezifikation für die Downstream-Richtung. Reale Leitungsbedingungen und Netzbeschränkungen konnten niedrigere Raten ergeben.
War beim Modem das Telefon wirklich besetzt?
Bei klassischer analoger Einwahl über dieselbe einzelne Telefonleitung wurde diese für die Modemverbindung verwendet und stand nicht gleichzeitig für ein normales Telefongespräch zur Verfügung.
Wann wurde V.90 standardisiert?
Die ITU-T-Empfehlung V.90 stammt aus September 1998.
Was kam nach dem Modem?
Für viele Haushalte folgten ISDN und insbesondere DSL. Breitbandanschlüsse machten Internet schneller und zunehmend dauerhaft verfügbar.
Das Geräusch ist Spaß. Die Technik ist belegt.
ITU-T V.90 (1998): bis zu 56.000 bit/s Downstream und 33.600 bit/s Upstream über PSTN. Smithsonian: Hayes Smartmodem von 1981; frühe Akustikkoppler und Dial-up-Modems. Deutsche Telekom: 2001 hatte T-DSL traditionelle Modem- und ISDN-Zugänge bei den Online-Minuten bereits überholt.
ITU-T V.90 · Smithsonian: Smartmodem · Smithsonian: Acoustic Modem